Ende eines Arbeitsjahres

Das Arbeitsjahr endet etwas später als das Kalenderjahr. Bis Anfang Februar sollten die Jahresbescheinigungen durch die Arbeitgeber, Behörden und Versicherungen eingetroffen sein. Ein Teil wird diese Unterlagen im Papierkorb abheften, bei anderen landen sie im Schrank und wieder andere überprüfen, ob sich eine Steuererklärung zu einer Erstattung führt.
Niemand muss dem Staat Geld schenken und daher werden wir auf letzteren Fall eingehen. Im ersten Schritt erläutern wir, wie man herausfindet, ob man eine Steuererstattung erwarten kann. Dann erläutern wir kurz die Zusammenhänge und beschreiben, wie man mit dem kostenlosen Programm der Finanzverwaltung ElsterFormular eine gängige Einkommensteuererklärung erstellt. Zuletzt gehen wir in einem eigenen Abschnitt auf die Spesen ein.
Wie kommt der Staat zu meinem Geld?
Der Staat erhebt auf die verschiedenen Gelder eine Steuer, die meist an die Finanzämter gezahlt werden. Vom Einkommen möchte der deutsche Staat auch seinen Anteil haben, die sogenannte Einkommensteuer. Da der Staat eine gewisse Sicherheit haben möchte, die Steuer auch zu erhalten, erhebt dieser gerne Vorauszahlungen. Bei einem Abnehmer werden Vorauszahlungen in Form von Lohnsteuer durch den Arbeitgeber berechnet und von diesem auch an das Finanzamt abgeführt. Hierüber erhält der Arbeitnehmer in seinen Lohnabrechnungen und am Jahresende in der Lohnsteuerbescheinigung eine Information.
Wie entstehen Überzahlungen?
Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer und der Steuersatz wird höher, je höher das Einkommen ist. Für die Lohnsteuer wird die zu zahlende Einkommensteuer auf den Zeitraum umgerechnet. Verdient man in einem Monat mehr, dann wird Lohnsteuer zu einem höheren Steuersatz abgeführt. Bei niedrigem Einkommen entsteht nur ein niedriger Steuersatz. Wer über das Jahr jeden Monat einen ähnlichen Lohn bekommt, für den stimmen die Vorauszahlungen ziemlich genau mit der zu zahlenden Einkommensteuer überein. Wird der Lohn allerdings monatlich unterschiedlich gezahlt oder man war arbeitslos oder länger krank, dann stimmt dieses Gefüge nicht mehr.
Arbeitet man nur für einen Arbeitgeber, kann dieser einen internen Lohnsteuerjahresausgleich machen. Hierbei rechnet dieser für jeden Monat alle Löhne mit ein und auf das Jahr hoch. So wird die Lohnsteuer angepasst und am Ende des Jahres stimmt es wieder.
Bei Kraftfahrer kommen Arbeitsplatzwechsel häufiger vor und nicht selten liegen dazwischen auch noch Zeiten der Arbeitslosigkeit und/oder längerer Arbeitsunfähigkeiten. Hier lohnt es sich in jedem Fall, näher hinzuschauen.
In einigen Bereichen gibt es Pauschbeträge, die automatisch berücksichtigt werden. Übersteigen die Ausgaben diese Pauschbeträge, kann es auch zu einer zu hohen Vorauszahlung gekommen sein.
Woher weiß ich, ob für mich zu viel Lohnsteuer abgeführt wurde?
Um zu erfahren, ob zu viel oder zu wenig Steuer bezahlt wurde, muss man erst einmal etwas rechnen. Das ist aber nicht so kompliziert, wie es immer aussieht. Für viele gilt: Man rechnet die Bruttolöhne aus den Lohnsteuerbescheinigungen zusammen. Diesen Wert gibt man zusammen mit den Lohnsteuermerkmalen in einen Rechner ein und vergleicht das Ergebnis mit der gezahlten Lohnsteuer.
Bei Ehegatten gestaltet sich das etwas komplizierter: Man rechnet von beiden alle Bruttolöhne zusammen, halbiert das Ergebnis und Ermittelt die Steuerwerte nach der Steuerklasse 4. Die Steuern verdoppelt man. Damit kann dann ein Vergleich mit den tatsächlich gezahlten Steuern angestrengt werden.
Progressionsvorbehalt
Einen Haken gibt es da allerdings noch: Arbeitslosengeld und Krankengeld werden zwar nicht versteuert, aber der Steuersatz erhöht sich, als wenn diese versteuert werden würden. Damit wird die Vorabrechnung etwas komplizierter.
Hierbei rechnet man das ALG und das Krankengeld zum Bruttolohn hinzu und ermittelt damit die Lohnsteuer über einen Abgabenrechner. Die ermittelte Lohnsteuer dividiert man durch den erweiterten Bruttolohn und multipliziert das dann mit dem reinen Bruttolohn. Von der Lohnsteuer abhängige Steuern und Abgaben (Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag) muss man dann leider von Hand ausrechnen. Ist aber die errechnete Lohnsteuer schon niedriger, als die gezahlte, dann sind die anderen Beträge auch niedriger.
Was wird für eine Steuererklärung benötigt?
- Zuerst sollte man lückenlos alle Beschäftigungen und Nicht-Beschäftigungen auflisten. Dann benötigt man dazu die Lohnsteuerbescheinigungen (von den Arbeitgebern), der Nachweis übers Arbeitslosengeld (Arbeitsagentur) und Aufstellungen zum Krankengeld (Krankenkasse, Berufsgenossenschaft).
- Wer einen Anspruch auf Spesen erworben hat, der sollte eine entsprechende Spesenliste geführt haben, auch wenn der Arbeitgeber keine Spesen bezahlt.
- Die Anlage VL für Vermögenswirksame Leistungen, welches von dem Anlageunternehmen zur Verfügung gestellt wird.
- Zahlungsaufstellungen an Versicherungen, die über das Jahr bezahlt worden sind.
- Belege für Ausgaben, die zum Erwerb, zur Sicherung und zur Erhaltung eines Jobs notwendig waren.
- Entweder ein Satz Einkommensteuerformulare für Arbeitnehmer oder das Programm ElsterForumlar, welches kostenlos unter http://www.elster.de herunter geladen werden kann. Letzteres ermöglicht eine Berechnung und wird in dieser Artikelreihe beschrieben.
- Für eine Erstattung sollte man seine Bankverbindung kennen.

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